FANDOM


Nachdem die Königreiche der Menschen von der Bedrohung durch Nôd'onn den Zweifachen erfahren hatten, stellten sie ein gemeinsames Heer gegen ihn auf. Die Initiative ging dabei von Tilogorn, dem König von Idoslân, aus. Er überzeugte erst Lothaire, den König von Urgon, von seinem Vorhaben und hob dafür sogar die Verbannung von Prinz Mallen von Ido, dem Anführer des Heeres von Urgon und im Exil lebenden Thronfolger von Idoslân, auf. Danach konnte er auch die restlichen Könige der Menschen überzeugen. Tilogorn und Lothaire führten das Heer an, das die Stadt Porista angriff, in welcher sich Nôd'onn befand.

VerlaufBearbeiten

Nôd'onn ließ sich das Tote Land unter anderem in Lios Nudin ausbreiten. Er wob eine Illusion der heilen Welt, um das Heer der Menschen in Sicherheit zu wiegen und auf das Gebiet des Toten Landes zu locken.

Tilogorn und Lothaire schickten einen Boten zum Verhandeln zu Nôd'onn. Dieser kam mit unannehmbaren Forderungen zurück. Daraufhin schickten sie Späher aus, bevor der eigentliche Angriff begann.

Lothaires Abteilung bestehend aus 20000 Kriegern führten den ersten Angriff auf das Südtor. Sie verbargen sich bei ihrem Sturm hinter dicken Holzwänden, die sie auf Räder montiert hatten, um eine fahrbare Schützung zu erhalten. Als sie jedoch in Schussweite heran waren, zeigte ihnen die Hauptstadt Lios Nudins die Krallen. Pfeilschwärme verdunkelten den Himmel, Geschosse sirrten durch die Luft und gingen auf die Truppen nieder. Eilig kauerten sich die Infanteristen hinter die starken Bretter. Die Pfeile forderten nur geringe Opfer unter den Angreifern. Die eigenen Schützen erwiderten den Beschuss, und im Schutz der rollenden Wände ging es weiter vorwärts.

Am Fuß der Mauern und vor dem Stadttor angelangt, wurden die Wände nach oben geklappt und mit Pfosten abgestützt, um den Männern an den Rammböcken als waagerechtes Dach gegen Steine und andere Geschosse von oben zu dienen; Sturmleitern wurden herangeschafft und angelegt. Zwei einzelne Reiter wurden zu Tilogorn geschickt.

Als die beiden Meldeläufer das verabredete Signal gaben, griff eine erste Welle aus 8000 Mann das Nordtor an. Die Strategie war die gleiche, wie sie Lothaire keine zwei Meilen von ihnen entfernt einsetzte. Den Angreifern schlug nur wenig Widerstand entgegen. Man hatte Porista erfolgreich glauben gemacht, dass der Hauptansturm aus der anderen Richtung erfolgte. Vereinzelt kamen die Pfeile hinter den Zinnen hervorgeschossen, und so hatten sie kaum Opfer zu beklagen. In Windeseile lagen die Leitern an den Mauern. Kurz darauf standen die ersten Krieger auf den Wällen und befanden sich im Nahkampf mit der Hand voll Tapferer, die zur Verteidigung des nördlichen Zugangs abgestellt worden waren.

Am Südtor löste sich unterdessen plötzlich der oberste Stein der Zinne wie von selbst aus dem Mörtelbett und schoss wie von einem Katapult abgefeuert auf die Angreifer nieder. Das stellte den Auftakt zu einem grausamen Hagel dar, wie ihn keiner der Kämpfer jemals erlebt hatte und die meisten von ihnen nie mehr erleben würden. Die Stadtmauer Poristas löste sich Stein für Stein auf. Von oben nach unten schnellten die Quader von ihren Plätzen und krachten mit solcher Wucht in die Reihen der Angreifer, dass sämtliche Schutzvorrichtungen versagten. Die rollenden Wände wurden durchschlagen, umgeworfen oder vollkommen zertrümmert, während de Truppen dahinter im Splitterregen standen und schreckliche Verletzungen erlitten. Jeder der Steine traf sein Ziel. Die gefürchtete Magie war zum Einsatz gekommen und brachten mannigfaltigen Tod über die verbündete Truppe. Von den 20000 Kriegern waren gerade einmal 3000 geblieben, die sich größtenteils auf der Flucht vor den unheimlichen Kräften befanden.

König Lothaire hatte überlebt und feuerte die Truppen zu einer neuerlichen Attacke an. Als die Soldaten ihn sahen, schöpften sie neuen Mut. Eine Schar von 1500 fand sich zusammen, die sich anschickte, in die Hauptstadt des Magus einzufallen und in den Palast vorzudringen.

Da bewegten sich die Steine erneut. Die großen flogen zuerst einer nach dem anderen empor und gingen an der Stelle nieder, an der sie vor dem Hagel gewesen waren; die kleineren folgten und setzten sich aufeinander, bis sich die Stadtmauer vor den entsetzten Angreifern wieder völlig intakt auftürmte. Dann löste Nôd'onn die Illusion der heilen Welt auf und das Tote Land kam zum Vorschein. Die Toten erhoben sich ungelenk; je nach Schwere ihrer Verletzungen krochen, hinkten und taumelten sie auf die Überlebenden zu; andere bewegten sich dagegen wie gewöhnliche Menschen. Aus den ersten hundert, die sich ihnen mit Schwertern, Lanzen und anderen Waffen näherten, wurden rasch mehr.

Die Überlebenden versuchten einen Ausfall nach Süden, bei dem Lothaire starb. Prinz Mallen überlebte und machte sich auf den Weg, um König Tilogorn über die Geschehnisse zu informieren und ihn zu unterstützen.

Tilogorn hetzte mittlerweile mit der Reiterei, die 5000 Streiter umfasste, durch die menschenleeren Straßen Poristas und nahmen dabei weder Rücksicht auf sich noch auf die Pferde. Etliche der Tiere rutschten in den Kurven auf den glatten Plastersteinen aus und prallten gegen die Hauswände. Nachfolgende setzten über sie hinweg und galoppierten weiter. Ihr Ziel war die Palastanlage, in welcher der Rat der Magi zu tagen pflegte. Die Attacke galt Nôd'onn selbst.

Die Reiter trafen von drei Seiten auf dem Marktplatz vor dem Zugang zum Palast ein. Tilogorns Truppen sahen sich einer Menschenmenge gegenüber, die sich schützend vor dem Durchgang versammelte. Der Kleidung nach handelte es sich um einfache Bewohner von Porista - Frauen und Kinder, die sie friedlich und ohne Waffen empfingen. Einer von ihnen löste sich aus dem Pulk von etwa 300 Personen und forderte sie auf, zu gehen. In dem Moment stieß Prinz Mallen zu Tilogorn und berichtete ihm von der Niederlage am Südtor.

Tilogorn befahl 300 Reitern, in einer Linie parallel zum Tor zu reiten und die Menschen vor sich her zu schieben. Die gepanzerten Tierleiber wirkten wie eine Mauer, drückten die ersten Bewohner Poristas zur Seite, während eine zweite Abteilung dafür sorgte, dass sie sich nicht mehr vor den Eingang des Palastes begaben. Unvermittelt schrie einer der Berittenen auf, hielt sich das Bein und stürzte aus dem Sattel, in den sich augenblicklich einer der Einwohner schwang. Der Zauber fiel, aus den Bürgern wurden gerüstete Orks.

Die scheinbar unbewaffneten Menschen Poristas droschen unvermittelt mit Keulen, Äxten und klobigen Schwertern auf die Reiterei ein, und die Überraschung kostete Dutzenden Soldaten das Leben. Die Kavallerie erholte sich von ihrem ersten Schrecken und versuchte, sich aus dem Nahkampf zu lösen, weil das Gedränge den Kriegern nicht erlaubte, einen gezielten Schlag gegen einen der grünhäutigen Feinde zu führen. Aber die Orks setzten nach, schlugen den Pferden in die Hinterläufe und Flanken, hängten sich wie wütende Hunde an sie und brachten sie dazu, vor Schreck und Schmerz durchzugehen. Blind vor Angst rannten die Tiere gegen die wartenden Abteilungen und sorgten für noch größere Verwirrung. Die Orks tauchten scheinbar überall auf, schlugend grölend zu und verschwanden. Die Vierbeiner traten um sich, trafen Freund und Feind, wieherten und schnaubten, bis sie ihren angeborenen Instinkten gehorchten und sich zur Flucht wandten.

Mallen und Tilogorn brauchten lange, bis sie ihre Einheiten geordnet hatten und auf den Platz zurückkehrten. Die eigenen Fußtruppen schlossen zu ihnen auf. und begleiteten sie, um den Weg vor dem Palasttor freizuräumen. Von den Orks fehlte plötzlich jede Spur. König und Prinz verzichteten darauf, lange über den Verbleib der Gegner nachzudenken, sondern ließen die Portale aufbrechen.

3000 Reiter preschten in den Vorhof der Anlage. Mallen und Tilogorn teilten ihre Abteilungen auf und begannen damit, den Palast eilends nach Nôd'onn zu durchsuchen. Tilogorn und Mallen nahmen sich zusammen mit 300 Soldaten den höchsten der Türme vor. Ihr Mut wurde belohnt. Hinter einer gewaltigen Tür, sie mit Gewalt aufbrachen, fanden sie 20 Schritt entfernt Nôd'onn vor, der die Geschehnisse am Fuße des Turmes und rund um den Palast beobachtete. Tilogorns Soldaten fächerten auseinander, die Bogenschützen feuerten ohne Vorwarnung auf den Zauberer, aber die Pfeile erreichten das unverfehlbare Ziel nicht. Je näher sie dem Rücken kamen, desto poröser wurden sie und lösten sich dann ganz auf.

Nôd'onn bot Tilogorn daraufhin an, sich ihm anzuschließen, aber der dachte gar nicht daran. Ein Dutzend Soldaten stürmten auf sein Geheiß vor, um ihn zu ergreifen. Doch ihre Rüstungen, ihre Waffen, ihre Kleider und schließlich sie selbst endeten wie die Pfeile. Die unsichtbaren Kräfte wirkten so schnell, dass ihnen nicht einmal die Zeit blieb, sich aus dem Wirkungskreis des Magus zurückzuziehen. Nun wichen die übrigen Krieger eingeschüchtert zurück.

Währenddessen griffen die mittlerweile untoten Krieger, die das Südtor unter der Führung von König Lothaire angegriffen hatten, die Soldaten Tilogorns an, die sich um den Palast herum befanden.

Als Nôd'onn von einem Hustenkrampf geschüttelt wurde, rannten Tilogorn und dessen Männer los. Die Mehrheit der Mutigen zerfiel zu Staub, doch an manchen Stellen wurde die Wirkung des Zaubers durch Nôd'onns Schwäche gemildert. 30 Kriegern gelang es, darunter auch dem König und Prinz Mallen, die Sperre zu durchbrechen und nahe an den Magus heranzukommen. Ein Bogenschütze jagte drei, vier Pfeile in den aufgedunsenen Körper, dann waren die Soldaten heran und hackten auf den ermatteten Magus ein. Die Angst, im letzten Moment doch noch Opfer eines Zaubers zu werden, verlieh den Männern berserkerhafte Kräfte. Die Klingen stachen und schlugen immer schneller, immer fester zu.

Ein Windstoß trieb die Angreifer zurück und hob sie von den Beinen. Der Onyx seines Zauberstabs spie ein Geflecht aus schwarzen Blitzen. Etliche Männer vergingen in den Energien samt ihren Rüstungen zu Asche. Auch Tilogorn wurde Opfer der Blitze. Daraufhin bot Nôd'onn Prinz Mallen, der jetzt Herrscher über Idoslân war, an, sich ihm anzuschließen. Mallen versuchte Tilogorn zu retten. Als sich die ersten Blitze knisternd durch die Reihen der letzten Krieger fraßen, warf sich Mallen Tilogorn über die Schulter und rannte die Treppen hinab. Er konnte Tilogorn jedoch nicht mehr helfen.

Mallen und seine restlichen Leute bahnten sich mit knapper Not einen Weg durch die Horde von Untoten. Auf dem Rückzug steckten sie Porista in Brand und schufen ein Flammenmeer, das keine Magie der Welt zum Verlöschen brachte. Selbst der von Nôd'onn beschworene Regen konnte nicht mehr verhindern, dass die Stadt bis auf die Grundmauern und den Palast des Zauberers niederbrannte.

Quellen Bearbeiten

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki